R.I.P..

Unglaublich das es schon fast 3 Jahre her ist, mir kommt es immer noch so vor als wäre es gestern geschehen.

Es kam ganz unverhofft, keiner hätte je damit gerechnet, niemals.

Aber fangen wir doch mal ganz am Anfang der Geschichte an.

Ich war sehr jung, gerade 7 Jahre alt. Mein damaliges Pony war gerade weg, ich weiß nicht wohin, ich erinnere mich nur das er Spat hatte und ich ihn deshalb nicht behalten durfte.

Wir standen an einem großen Stall bei einer Händlerin und ich ritt hier und da mal ein Pony von ihr, wie es so bei Händlern ist kommen und gehen die Pferde fast täglich. Damals war ich noch jung und konnte mich nicht wirklich damit auseinander setzen, ich kannte es ja nicht anders. Da stand eines Tages ein kleiner Rappschimmel, in einer der Boxen. Gerade mal 1 Jahr alt. Ich kann mich noch genau daran erinnern, ich sah ihn und stand seit diesem Moment fast jede Minute vor der Box des kleinen Wallachs. Wie er mich mit seinen großen schwarzen Kulleraugen anstarrte und leicht vor sich hingrummelte wann immer ich leise mit ihm sprach. Es war Liebe auf den ersten Blick, da bin ich mir ganz sicher.

Zu der Zeit guckten wir viele Ponys für mich an, die ich auch Proberitt aber keiner gefiel mir, ich dachte immer nur an den kleinen Rappschimmelwallach. Lange haben sie versucht ihn mir auszureden, schließlich war er noch ein Fohlen,aber nichts konnte mich davon abbringen und wenn ich Jahre warten müsse. Irgendwann, ich weiß nicht wieviel Zeit bis dahin verstrichen war, fuhr ich mit meiner Schwester in den Stall und wie immer stand ich vor der Box des kleinen Wallachs und sprach mit ihm.Da kam meine Schwester an und sagte ich solle doch mal in die Box gehen und ihn putzen. Und das tat ich. Er hatte so weiches Fell und ich erinnere mich noch wie seine kleine Nüster ganz interessiert, mit ganz viel Einfühlsamkeit an meinen Gesicht schnupperte. Als ich Stimmen hinter mir hörte, meine Schwester mit einer Freundin und was sie dann sagte machte mich zum glücklichsten Mädchen der Welt und eins könnt ihr mir glauben das macht es mich heut, nach so vielen Jahren, noch immer. Sie sagte, hast du deinem Pony denn schon einen Namen gegeben..

Meinem Pony.....

Selbst jetzt kommen mir noch Tränen in die Augen, obwohl schon so viel Zeit verstrichen ist.

Und ab diesen Moment hatte mein Pony einen Namen, Ringo, mein kleiner Ringo Star...

Als er soweit war und Angeritten wurde, nahm ich später etwas Unterricht mir ihm, schließlich war er ein junges Pferd und ich ein junges Mädchen, aber das meiste brachte ich ihm selber bei. Wir haben viele wunderschöne Ausritte gemacht, Rennen über Stoppelfelder,  sind spazieren gegangen, haben Tagesausflüge gemacht. Ich lernte ihm Zirkuslektionen wie hinlegen, steigen, buckeln, Kompliment und die Kapriole. Wir ritten Mounted Games und fuhren im Winter Schlitten, machten auf kleinen Haustunieren mit, oder gingen im Sommer baden. Er begleitete mich wo immer ich hin ging, kam sogar mit in den Urlaub nach Dänemark. Oft lagen wir zusammen in der Sonne auf der Weide, er schlief ganz ruhig und ich legte mich zu ihm, wenn er sich bewegte dann immer nur ganz bedacht mir nicht weh zu tun. Wenn ich traurig war, spürte er es sofort und ob ihr mir das glaubt oder nicht, dann schleckte er mir mit der Zunge über die Wange, als wenn er mich trösten würde und mir sagen wollte sei nicht traurig ich bin doch da. Und jedes Jahr im Sommer und zu Weihnachten gingen wir zum Ponyreiten, er war bei allen Kindern immer der Star. Irgendwann, ich glaub es war so mit 16-17 Jahren, musste ich mir langsam eingestehen das ich zu groß und zu schwer wurde um ihn noch zu reiten, aber der Teufel hätte mich geholt hätt ich ihn jemals weggegeben. Ich hatte eine ganz liebe Pflegerin gefunden die ihn ritt und ich genoss die schönen Dinge wie spazieren gehen putzen und Bodenarbeit mit ihm. Ich hab so viele wunderschöne Erinnerungen an unsere gemeinsame Zeit die ich jeden Tag in meinem Herzen und die ich nie niemals vergessen werde, aber sie hier alle aufzuschreiben würde wohl die Homepage sprengen...

Ich war fest davon überzeugt das meine Kinder irgendwann später einmal noch das Reiten auf ihm lernen würden und genauso viel Spass mit ihm haben werden wie ich es alle Jahre gehabt habe, aber das Schicksal wollte es anders...

Ich erinnere mich noch an den Tag, es war ein sehr warmer Tag, der 16.6.06 (seht ihr an diesem Datum etwas??) Kurz nach seinem 13 Geburtstag. Ich fuhr zum Stall und ging zu ihm auf die Weide, um ihn zu begrüßen,wie ich es jeden Tag tat. Aber ich spürte sofort das etwas anders war als sonst. Als ich ihn rief reagierte er nicht so wie immer, er kam nicht wiehernd angerannt, nein er schaute noch nicht einmal in meine Richtung.. Bei ihm angegkommen merkte ich sofort das er total apatisch war und mich gar nicht wahr nahm. Ich rief sofort den Tierarzt an, der auch nach kurzer Zeit vor Ort war. Er untersuchte ihn und meinte es wäre eine Kolik. Ich machte ihn mehrmals darauf aufmerksam das er apatisch ist, aber der Tierarzt meinte das wäre normal. Da mein Ringo bis zu dem Zeitpunkt noch niemals vorher krank war, kein Husten, nicht einmal vertreten hatte er sich in seinem Leben, dachte ich das wäre wohl die Reaktion darauf das er diese Schmerzen gar nicht kannte.

Er bekam eine Spritze und ich sollte mit ihm spazieren gehen. Als nach einigen Stunden noch immer keine Besserung eintrat rief ich nochmals an, darauf hin bekam er wieder nur eine Spritze und ich ging spazieren. Mittlerweile war es später Abend geworden. Sein Zustand war zwar schon etwas besser geworden aber ich war sehr sehr beunruhigt. Ich fuhr erstmal mit ungutem Gefühl nach Hause, ein Bekannter wollte eine Stunde später nochmals nach ihm schauen, damit ich erstmal was Essen und duschen konnte, musste ja eig. am nächsten Tag zur Arbeit. 

Dann eine gute Stunde später kam der Anruf, sein Zustand hatte sich dramatisch verändert, er liege schweiß gebadet und zitternd in der Box. Mein Vater,Schwester und ich fuhren sofort zum Stall. Diesen grausamen Anblick werde ich niemals vergessen, wie mein geliebtes Tier hilflos,schweiß überströmt in seiner Box lag. Mit vereinten Kräften bekamen wir ihn wieder auf die Beine und auf den Hänger um ihn sofort in eine Klinik zu bringen. Da er allein nicht mehr stehen konnte, fuhren ein Bekannter und mein Vater hinten im Hänger mit und hielten ihn mit Bauchgurten auf den Beinen. Mir kam der Weg zur Klinik wie eine halbe Ewigkeit vor..

An der Klinik angekommen luden wir ihn  aus, aber er schaffte es einfach nicht auf den Beinen zu bleiben und brach schließlich noch auf dem Klinikhof zusammen. Der dort anwesende Klinikarzt gab meinem kleinen Schatz auf dem Hof eine Infusion und nach ca. einer halben Stunde schaffte er es dann endlich aus eigener Kraft wieder aufzustehen. Im Behandlungsraum schaute der Tierarzt ihn dann durch. Das Ergebnis war erschütternd und schockierend zugleich. Darmverschlingung. Im Normalfall hätt eine OP sein Leben vl. retten können aber sein Kreislauf war komplett zusammen gebrochen und er war in einem Schockzustand. So hätte er leider keine Narkose überstanden. Für mich brach eine Welt zusammen, ich wollte und konnte es nicht verstehen. Ich war mir sicher das der Arzt sich irren musste, das konnte nicht wahr sein.. Alles hätt passieren können aber nicht das..

Aber es gab keinen anderen Ausweg mehr, ich musste die Entscheidung treffen, vor der sich wohl fast jeder Tierbesitzer am meisten fürchtet. Ich musste seinem Leid ein Ende setzen und ihm auf seinem letzten Weg zur Seite stehen. Ich schaute noch einmal in seine wundervollen,treuen Augen, streichelte noch ein letztes mal über seine Nüstern, die mich immer angestupst hatten in der Hoffnung ich hätt ein Leckerli für ihn und kuschelte mein Gesicht noch einmal in sein weiches Fell das so viele unzählige Tränen von mir getrocknet hatten. Und dann schloss er für immer seine großen schwarzen Kulleraugen......

Ich danke ihm für all die wundervollen Jahre die ich an seiner Seite gehen durfte. Und ich weiß das er da oben auf mich acht gibt und wartet. Irgendwann wenn auch meine Zeit gekommen ist werden wir wieder zusammen sein und nichts kann uns dann mehr trennen. Ich freue mich schon auf diesen Tag.......

http://www.tierfriedhof.org/---> Ringo

Ringo

Welsh B

Lebenszeitraum 11.06.1993-16.06.2006

Stockmass:130cm